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Karabiner

Schon gewusst? Karabiner (oder Karabinerhaken) zählen „offiziell“ zu den Verbindungselementen. Jedoch spielen sie so eine zentrale Rolle bei der Kletterausrüstung, dass oft und gerne eine eigene Kategorie für sie geschaffen wird. Unzählig viele Kletterer und Geocacher waren bei einem Besuch bei uns im Kletter-Spezial-Laden im siebten (Kletter-) Himmel, sobald sie durch die Lagerreihen der Karabiner gewandelt sind. Und trotzdem oder wahrscheinlich gerade deswegen wird fast kein anderer Ausrüstungsgegenstand in der Kletterszene so heiß diskutiert wie die unterschiedlichen Karabiner – die Meinungen gehen hier weit auseinander, welcher Karabiner für welchen Zweck am besten geeignet ist. Das liegt eventuell auch an der Tatsache, dass der Karabiner in der Sicherungskette oftmals noch eine Schwachstelle ist. Das muss aber heute nicht mehr so sein. Uns liegt es vor allem am Herzen, dass Ihr diese möglichen Schwachstellen kennt und eine falsche Belastung zu vermeiden wisst, um Euch selbst und auch andere vor Verletzungen zu schützen. Generell gilt: So lange ein Karabiner mit geschlossenem Schnapper in Längsrichtung belastet wird, kann er nicht brechen, auch nicht beim größtmöglichen Sturz oder wenn dieser Karabiner in der Vergangenheit schon mehrmals stark belastet wurde. Gefährlich wird es, wenn der Karabiner anders belastet wird, z.B. mit offenem Schnapper oder in Querrichtung. Dann kann es viel schneller zu einem Bruch kommen. Karabiner unterliegen den Normen EN 12275 und UIAA 121. Für die unterschiedlichen Karabinertypen, auf die wir später noch im Detail eingehen werden, gelten unterschiedliche Mindestbruchkraftwerte. Alle Karabiner müssen eine sogenannte Festigkeitskennzeichnung in Form der Angabe der Bruchkraft aufweisen. Gekennzeichnet durch Pfeile (längs und quer) und das Symbol eines offenen Karabiners. Für Klettersteigkarabiner gilt noch eine Besonderheit: Hier verlangt die UIAA-Norm höhere Anforderungen und auch eine zusätzliche Prüfung, weil die Belastung auf Klettersteigen erheblich ungünstiger sein kann. Die Bruchkraft wird gemessen in Längsrichtung, Schnapper-offen-Bruchkraft und in Querrichtung und wird dann entsprechend dokumentiert. Für den Einsatz in der Industrie bei industriellen Höhenarbeiten müssen Karabiner die Norm EN 362 erfüllen. Die meisten Karabiner weisen in der Regel eine Mindestbruchlast von mindestens 20 kN auf, obwohl es in der Praxis so gut wie nicht vorkommen kann, dass die Belastung 15 kN überschreitet. Die meisten Karabiner sind aus Gewichtsgründen hauptsächlich aus Aluminium. Einige Karabiner, z.B. für die Bergrettung, sind aus Stahl, da hier eine höhere Schnapper-offen-Bruchkraft notwendig ist. Eher selten auf dem Markt vertreten, sind die Karabiner aus Edelstahl wie z.B. der Oval Link von Skylotec oder der KONG Oval Trilock oder der Blacksafe Miwok Karabiner. Petzl hat eine Einteilung der Karabiner vorgenommen, die wir sinnvoll finden, um eine Auswahl zu treffen, welcher Karabiner für welchen Zweck geeignet ist: Leichte Karabiner, ultraleichte Karabiner, Karabiner mit hoher Bruchlast, Verbindungselemente zum Anbringen am Ende eines Verbindungsmittels, leichte Karabiner für spezielle Verwendungszwecke und Verbindungselemente für eine dauerhafte Verbindung, wie z.B. Deltaschraubglieder oder Maillon Rapide Schraubglieder. Karabiner mit hoher Bruchlast sind Stahlkarabiner und hauptsächlich gedacht für das Einrichten von Anschlagpunkten oder zum Einhängen an Metallstrukturen. Was ist jedoch unter speziellen Verwendungszwecken zu verstehen? Das können z.B. Karabiner zum Schließen des Gurts oder Karabinereinsatz am Ende eines Verbindungsmittels oder zur Erhöhung der Bremswirkung beim Abseilgerät sein. Edelrid unterteilt seine Produktpalette in Alu Karabiner, Stahlkarabiner und Systemkarabiner jeweils mit unterschiedlichen Verschlussarten. Generell wird in der Theorie folgende Einteilung der Karabinerarten vorgenommen: Normalkarabiner: Das sind Karabiner ohne Verschlusssicherung bzw. ohne Schraubverschluss. In der Regel sind das die sogenannten Materialkarabiner und wie der Name schon sagt, dienen diese zur Befestigung von Material, z.B. am Gurt. Es gibt solche ovalen Karabiner in verschiedenen Größen z.B. von Mammut, die als Schlüsselanhänger eine gute Figur machen, aber zum Klettern natürlich nicht eingesetzt werden dürfen. Oft haben diese Karabiner nur einen Drahtschnapper und eine Bruchkraft von 5 kN. Karabiner mit massivem Schnapper hingegen werden im Klettersport oft in Expresssets verwendet. Die Kategorie Verschlusskarabiner beinhaltet die Schraub-, die Twist-Lock, die Tri-Lock-Karabiner und die Karabiner mit Handballensicherung. Die Schraubkarabiner sind echte Klassiker sozusagen und sehr vielseitig einsetzbar. Durch eine Schraubhülse idealerweiser mit einer griffigen Oberfläche lässt sich der Karabiner einhändig bedienen, muss allerdings auch aktiv geschlossen werden. Der Twist Lock-Karabiner besitzt eine drehbare Hülse, die zum Öffnen um 90 Grad gedreht werden muss, bevor der Schnapper geöffnet werden kann. Diese Karabiner schließen automatisch und sind ohne Probleme einhändig zu bedienen. Der Tri-Lock Karabiner oder Triple Lock Karabiner bietet ein Mehr an Sicherheit, da drei Bewegungen notwendig sind, um ihn zu öffnen. Mit der einhändigen Bedienung ist das dann aber so eine Sache. Bei Karabinern mit Handballensicherung wird durch Druck mit dem Handballen auf einen Hebel an der Karabinerrückseite der Sicherheitsmechanismus entriegelt, wie z.B. beim Edelrid DSG 4000 Steel Karabiner. Ganz spezielle und häufig verkaufte Karabiner sind die HMS Karabiner. Das sind Verschlusskarabiner in der Form einer Birne. Durch diese spezielle Form kann eine Halbmastwurfsicherung durchgeführt werden, da die breite Kopfform des Karabiners es dem Knoten ermöglicht von einer Seite auf die andere zu springen. Zum Schluss möchten wir noch mit einem hartnäckigen Gerücht aufräumen: Was passiert, wenn Karabiner runterfallen? Das Gerücht, dass Karabiner dadurch Risse oder Haarrisse bekommen, hält sich hartnäckig in der Szene, es stimmt aber nicht. Beim Fallen können keine Risse entstehen, die entstehen höchstens direkt bei der Fertigung. Zu sehen, wie ein Karabiner hergestellt wird, ist megaspannend. Karabiner werden in der Regel im Gesenk geschmiedet, also warm gepresst. Wenn das Aluminium bei diesem Vorgang nicht ausreichend warm ist, können sogenannte Schmiedefalten entstehen, die an der Oberfläche als feiner Riss zu erkennen sind und natürlich auch die Bruchkraft bzw. die Belastbarkeit reduzieren können. Diese Karabiner dürfen eigentlich nicht in den Verkauf gelangen und müssen aussortiert werden.
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